So überlebst Du 4 Wochen Ferien mit 4 Kindern!

Schweden, das ist doch:

Natur, Freiheit, Entspannung, Urlaub! Ruhe, Erholung, Harmonie…! hmmm….

Die erste Woche bereits hat meinen Nerven den Rest gegeben. Die zweitägige Anfahrt mit Über-Nacht-Fähre und mehrstündiger Autofahrt war noch von Vorfreude und Aufregung bestimmt. Allerdings hörte ich mich da auch schon des Öfteren sagen: “Wir sind ganz schön viele!!”

Am ersten Tag vor Ort bei Opa war es chaotisch und laut, die Kinder waren aufgeregt und wuselig, am zweiten Tag wurde nur noch gestritten, am dritten Tag ging im Streit eine Glasscheibe kaputt… und mein Nervenkostüm! Ich hielt es nicht mehr aus und drohte den Kindern mit Abreise, sollte es nicht besser werden. Hm…Zweifelhafte Methode!! Im ersten Moment vielleicht “wirksam”, weil alle sich zusammenreißen, aber keine Lösung und nicht auf Dauer hilfreich… Im Gegenteil. Drohungen, Ultimaten und sonstige Druckmittel verschärfen das Problem, da sie trennend und nicht verbindend wirken. Wollen wir doch nicht!!! 🙂 das alles weiß ich sehr gut und lebe es im Alltag auch anders, also ist meine Reaktion ein deutliches Zeichen, dass mein Kanal voll ist!!!

Ich komme zu dem Schluss, dass ich ein Überlebensrezept brauche.

Die Herausforderungen im einzelnen sind:

  1. ein nicht kindersicheres Haus: (ihr seid Eltern, ihr wisst was ich meine: Treppen, Steckdosen, Geschirrschränke, ein Kamin voller Asche und Russ, helle Polstemöbel und stoffbezogene Stühle, Türen mit antiken Glaseinsätzen, ungesicherter Herd, Schubladen mit Messern und solche Sachen. Dinge, die man zu Hause eben NICHT hat!)
  2. ein nicht kindersicheres Grundstück (Straße, steiler Abhang, Baumhaus, Fluss)
  3. die Kinder selbst: sie sind laut, sie streiten, sie sind wild, sie benutzen Schimpfwörter, sie quengeln nach Fernsehen… kurz gesagt: ganz normal, aber anstrengend, weil sie viele sind.
  4. ein Opa, der Wert auf nettes Verhalten legt, der es ruhig und schön mag, der Gewalt und Streit verabscheut.
  5. ICH! Ich bin ruhebedürftig, genervt, müde, überfordert! Auch zu Hause sind die Kinder fast immer da, ich bin immer zuständig, ansprechbar, verantwortlich. Die Kinder brauchen viel von mir  Gedanken wie “kann ich nicht mal eben in Ruhe xy”! Hatte ich in letzter Zeit öfter mal… Dabei ist mir das Gefühl und die Einstellung, dass es meine, meine süßen, wunderschönen, einzigartigen und einfach unendlich geliebten Kinder sind, irgendwie bisschen abhanden gekommen…

wo kann ich ansetzen?

Ich beginne mit dem naheliegendsten 5.Punkt, mir selbst!

Wie kann es mir besser gehen? So dass ich die anderen Baustellen mit mehr Gelassenheit und Nachsicht angehen kann?

-Druck rausnehmen: es darf unperfekt sein. Es muss nicht jeden Tag alles laufen wie zu Hause. Zähneputzen ja, alles andere ist nachrangig…

-Auszeit! Wenn ich in der Sauna liege und Kindergeschrei höre, dann geht mich das nichts an. Ich bin in der Sauna! Andere verantwortliche Erwachsene regeln das schon.

-Leggins! In Schweden trägt man Leggins und Schlappen, und ich mag das. Was es doch für einen Unterscheid macht, wenn man bequeme Kleidung trägt! Ein Problem weniger. Auch weil es so leckere Kuchen und unbekannte Süßigkeiten gibt. Will ich mich da mit zwickenden Hosen stressen? Wohl kaum. Wobei….. Gesunde Ernährung ist natürlich auch ein Punkt, der zum Wohlbefinden entscheidend ist, also: nicht übertreiben! Da ist es gut, dass es ganz nah einen wunderbaren Bäcker und einen Biohofladen gibt…

Punkt 3, die Kinder:
folgendes hat sich in den letzten Tagen als hilfreich erwiesen:
-ein Trampolin und mehrere Bälle (und mitmachen!) Sich austoben, udn zwar draussen, schont die Einrichtung.
-Fussball EM, schöner Zufall! Ein besonderes event, denn ansonsten wird bei uns eigentlich kein Fernsehen geschaut, gemeinsam schauen wir und fachsimpeln (obwohl keine Ahnung von gar nichts) noch am folgenden Tag über das Spiel! Macht Spaß und verbindet!
-Kinder einzeln wahrnehmen und individuell schauen, was sie brauchen, wie man sie an dei Hand nehmen kann, der eine braucht kuscheln, der andere Fachgespräche über star wars, Fussball oder Krabat, der dritte hat wieder etwas anderes usw
-Kinder zeitweise separieren, dann mögen sie sich wieder!
-Ausflüge (auch gut: andere Kinder! Dann werden die eigenen Geschwister als “wir” wahrgenommen und “verteidigt” 😉 )

Die anderen Punkte sind, jetzt betrachtet, gar keine Probeme mehr, sondern Herausforderungen…

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