Hausfrauen arbeiten nicht. Tag 2

Guten Abend!
Das war ein harter Tag für mich. Es kann so viel Energie und Kraft kosten, etwas NICHT zu tun, unglaublich!
Es ist nicht die Hausarbeit, die so schlimm ist, nein, es ist noch viel schlimmer, sie nicht zu tun und den Zustand zu ertragen!
Und oft ist es ja so, dass man sie nicht so schafft, wie man möchte, und dann fühlt man sich schlecht. Doppelt schlecht. Weil man es nicht geschafft hat. Und weil man ertragen muss, dass es so aussieht.  Kennt ihr das? Mit Sicherheit!
Und die mangelnde Wertschätzung für die täglich wiederkehrende Schufterei ist einfach ätzend!

Heute habe ich ein paar Detailfotos für Euch. Insgesamt ist es nicht mehr schlimmer geworden, ging ja auch kaum, he he, also es sieht in etwa so aus wie gestern, nur die Details sind halt extremer.IMG_0187IMG_0186IMG_0190IMG_0185
Heute morgen ist eine Katze in einem Klecks Tomatensoße ausgerutscht! Auf dem Küchentisch! Ja!

Gestern ist noch etwas interessantes passiert: meine Kinder haben angefangen aufzuräumen. Das tun sie sonst nie! Sie hatten aus dem Schlafzimmer diverse riesige Decken geholt und sich daraus einen Haufen und eine Höhle gebaut. Das Spiel war nun längst vorbei, die Decken schafften es aber nicht alleine, wieder ins Bett zu gelangen.
Ich habe es nur aus Interesse angezettelt:
“Ihr Süßen, die Decken, die ihr aus dem Schlafzimmer geholt habt, die könnt ihr jetzt mal zurückbringen. Das wäre ganz toll” Zuerst meinten sie, ich solle da mitmachen, aber ich habe gesagt “Nein, heute nicht. Ich räume jeden Tag ganz viel weg, das ihr rumliegen lasst, heute macht ihr das mal alleine, ja?”.
Und sie haben es getan. Sie waren sogar stolz, dass sie ganz alleine die schweren Decken schleppen konnten.

Heute morgen bin ich richtig schlecht gelaunt aufgestanden. Die Kinder ebenso.
Sie kennen es so, dass sie aufstehen und sich an den Küchentisch setzen, wo ich schon geschnittenes Obst und Müsli, Reismilch und Brot bereitgestellt habe. Das hatte ich zwar heute auch getan, es war aber in dem Chaos auf dem Tisch nicht zu finden..

Nach dem Frühstück hatten die Kinder eine tolle Aktion für mich vor: sie hatten ein Farbtöpfchen aus dem Tuschkasten im Garten versteckt und eine Schatzkarte gezeichnet, nach der ich es dann suchen sollte. Wie schön, dafür Zeit zu haben! Und wie schön, aus dem Haus zu fliehen!
Damit verbrachten wir den Vormittag.

Heute Abend ist es unerträglich, ich denke, ich werde das Experiment abbrechen.

Ihr habt genug gesehen, äußerlich kann es nicht mehr schlimmer werden, nur innerlich, in mir! Es ist nervig, stresst, deprimiert und beschämt mich, so ein Haus zu haben!
Ich fühle mich regelrecht moralisch unzulänglich und habe Angst vor der Presse, die in Form skrupelloser Papparazzi Fotos des Elends durch mein Küchenfenster macht und diese in einer Lästerzeitung veröffentlicht!!

Einige von euch werden sicherlich das Buch “Feng Shui für das Gerümpel des Alltags” kennen.
Feng Shui ist keine Zauberwissenschaft, für die man Öle, Tüdelkram und bestimmte Figuren braucht. Kann man sich hinstellen, ja, aber darum geht es nicht wirklich.
Die Grundlage ist erstmal ein aufgeräumtes klares Zuhause, dass nach einfachen Prinzipen gestaltet ist, um die Energie der Räume möglichst optimal und harmonisch zu gestalten.
Die Dinge, die einen umgeben, sollen nützlich und/oder geliebt sein. Alles was ich benutze oder was mir positive Gefühle bringt, ist gut für mich. Nutzloses, kaputtes, negatives, hässliches, das kann und soll mein Haus verlassen.
Dieses Buch hat mich schon oft sehr inspiriert, ich habe es weggeschenkt (wie ich es oft mit tollen Büchern mache! Sie sollen in die Welt und auch anderen das bringen, was sie mir gegeben haben), jetzt werde ich es mir mal wieder besorgen und noch mal lesen. Ich freue mich schon.

Und ich freue mich aufs Putzen, jaaaa!

Bis morgen!

 

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5 Comments

  • Jessica

    Reply Reply 30. August 2016

    Liebe Wibke, wie mutig von dir diese Experiment überhaupt gewagt zu haben.

    Ich wünsche dir eine heilende Putzsession morgen

    • wibkedihrberg

      Reply Reply 31. August 2016

      Danke Jessica, ja es war auch eine sehr interessante Erfahrung, manches hatte ich mir anders vorgestellt… aber dazu später mehr.
      Liebe Grüße
      Wibke

  • Britta

    Reply Reply 30. August 2016

    Schön das deine Kinder nun auch einen Weg zum Aufräumen gefunden haben.
    Und wie hat dein Partner reagiert.Hilft er dir vielleicht sogar jetzt? Ich habe nur ein Kind, meine Tochter ist vier.Aber sie findet es ganz toll das ich sie ab und an mit in die Haushaltsarbeit einbeziehe.Ähnlich wie im Kindergarten macht sie zu hause auch gern mal den Tischdienst, oder zieht mit mir zusammen die Bettwäsche ab us.w. Ich versuche zwar nicht im Chaos zu versinken, aber mir ist es auch wichtiger meiner Tochter die Zeit zu widmen als einen perfekten Haushalt zu haben.
    Und danke für den Buchtip, und deinen Mut den Streik so öffentlich zu machen.Gruß Britta

    • wibkedihrberg

      Reply Reply 31. August 2016

      Dankeschön für Deinen Kommentar, liebe Britta!
      Auf jeden Fall ist das lebendige Familienleben so viel wertvoller als ein perfekter Haushalt! Oder lieber so: Das Haus ist perfekt, wenn es lebendig ist. 😉
      Ich schreibe auch noch etwas als kleines Resumee heute Abend, auch zu Deinen Fragen.
      Liebe Grüße

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